1. Die Vorgeschichte

Mit dem Bau des neuen Sportplatzes an der Horbener Straße verließ der FCB seine angestammte Heimstatt - zumindest für den Aktivbereich - in der Dorfmitte beim Gasthaus Hirschen. Schon während dem Bau des Sportplatzes beschäftigte man sich mit den Umkleidemöglichkeiten. Allen Beteiligten war klar, dass in diesem Bereich etwas geschehen musste. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als mitten in der Bauphase des Sportplatzes die ersten Pläne für das Clubheim auftauchten. Getreu dem Motto von Asterix sagten nicht wenige: "Die spinnen ja, die FCler!!" Wie sollte dies auch gehen? Der Platz noch nicht fertig, Schulden auf dem Buckel, die Mitglieder müde von den Eigenleistungen.. und dann noch so einen gewaltigen Bau.

Aber die damaligen Verantwortlichen ließen sich nicht beirren. Mutig und allen Unkenrufen zum Trotz wurde das Ziel verfolgt. Mit Ferdinand Beck, einem ehemaligen Spieler und bewährten Planer des Sportplatzes, wurden erste Skizzen gemacht und später ausgearbeitet. Am 27.Oktober 1994, 10 Monate vor der Einweihung des neuen Sportplatzes, wurde beim Badischen Sportbund der Zuschussantrag gestellt mit einem Kostenvolumen von 900.000 DM. ("Die spinnen wirklich, diese FCler!!") Der Vorstandschaft war natürlich klar, dass so schnell nicht an die Verwirklichung gedacht werden konnte. Bleiben wir beim Vergleich mit dem listigen Asterix. Beim Badischen Sportbund war damals wie heute ein langer Antragsstau. Damit man, wenn sich die Gelegenheit bietet, einen Fuß bei den Zuschüssen hat, wurde dieser frühe Termin gewählt. Als dann aber bereits 1997 die Zuschusszusage über 220.00 DM kam, war man dann doch sehr überrascht. In Verhandlungen mit dem Badischen Sportbund (BSB) erreichte man, dass der Zuschuss geschoben werden konnte. Hier gilt einmal der zuständigen Sachbearbeiterin beim BSB, Frau Woitech, ein besonderer Dank. Sie war und ist uns stets mit Rat und Tat, Verständnis und Entgegenkommen eine echte Hilfe gewesen. Aber im Jahre 2000 konnte auch sie uns nicht mehr länger den Zuschuss aufrecht erhalten. Nun mussten wir uns endgültig entscheiden.

2. Die Entscheidung

Das Jahr 2000 wird sicher als entscheidendes Jahr in die Geschichte des FCB eingehen. Mit dem gelungenen viertägigen Großereignis "Black-Forest-Highland-Games" wurde die Kasse des FCB weitgehendst saniert. Allerdings erforderte dieses Riesenfest enorme Eigenarbeit von den Mitgliedern. Und nun stand das nächste arbeitsintensive Großvorhaben an: der Clubhausbau. In der Finanzierung standen 10.000 Stunden Eigenleistung!!!

Wer sollte diese Arbeit leisten? Es galt ja auch noch den Spielbetrieb und die jährlich wiederkehrende Feste zur Vereinsfinanzierung zu bewältigen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Vereinslokal Gasthaus Hirschen wurden dann die Weichen gestellt. Der damalige 1.Vorsitzende Josef Morath war äußerst skeptisch und sicher nach den Black-Forest-Highland-Games auch, wie sagt man so schön neudeutsch, ausgepowert. Die älteren Vereinsmitglieder waren es dann, die die Entscheidung herbeiführten. "Jetzt oder nie!" und "Wir schaffen, die Jungen sollen Fußball spielen!" waren die Schlagworte, aber auch die Verpflichtung. Josef Morath war es nach der positiven Abstimmung nicht so wohl. Trotzdem setzte er sich vehement und engagiert für dieses Projekt ein.

3. Das Konzept

Beim Vereinsheimbau galt die gleiche Devise wie beim Sportplatzbau: Lieber etwas länger und teurer bauen, dafür aber sehr weitsichtig. Es sollte nicht schon nach kurzer Zeit wieder angebaut werden müssen. Eine breitere Diskussion ging um das Thema Vereinsgaststätte. Nach längeren Debatten war man sich einig, keinen Wirtschaftsbetrieb zu integrieren. Höhere Kosten, weniger Zuschüsse, Probleme bei der Bewirtung, Hygienevorschriften, Auflagen des Wirtschaftskontrolldienstes, Konkurrenz zur bestehenden örtlichen Gastronomie ließen den Entschluss reifen, die Bewirtung über den bewährten Verkaufscontainer abzuwickeln.

Schnell einig war man sich über vier Umkleidekabinen mit zwei Duschen in vernünftiger und ausreichender Größe. Außerdem über zwei Schiedsrichterkabinen mit dem entsprechenden Komfort. Zwei deshalb, weil es ja auch Schiedsrichterinnen gibt! Dies sollte alles auf einer Ebene sein. Außerdem wurde ein großer Geräteraum eingeplant für die zahlreichen Utensilien, angefangen beim Rasenmäher über den Rasenigel bis hin zu den Toren. Im oberen Stockwerk wurden die öffentlichen Toiletten, ein Büro- und ein Schulungsraum geplant. Herzstück im oberen Bereich ist eine Gymnastikhalle mit 12 x 12 Metern. Hier soll auch den Nichtfußballer/innen die Gelegenheit gegeben werden Sport zu treiben. Ein moderner Fußballverein muss heute auch für andere Sportarten offen sein und sofern möglich, für diese Raum im wahrsten Sinne des Wortes schaffen. Es ist zu wünschen, dass die gebotenen Räumlichkeiten auf vielfältigste Weise genutzt werden.

4. Die baulichen Maßnahmen

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, ist bei einem solchen Bauwerk viel Eigenarbeit erforderlich. Von vornherein war man sich jedoch einig, dass das Untergeschoss mit den Sanitäranlagen in dieser Größenordnung nur von einer Firma bewältigt werden kann. Ebenso verhielt es sich mit der aufwändigen Dachkonstruktion. Mit den Firmen Hirzle aus Birkendorf und Boll aus Bettmaringen fand man Handwerker, die dem Verein sowohl finanziell als auch bei der Bereitstellung von Arbeitsgeräten sehr entgegenkamen. An dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön, aber auch den anderen Firmen für ihre große Unterstützung und Spenden.

Am 11. Februar 2001 fand dann der Spatenstich statt. In die Freude über den Beginn mischte sich auch Skepsis über die viele anstehende Arbeit.

Der seit 1997 bestehende Bauausschuss unter Leitung von Oliver Eichkorn war nun gefordert, die vorgegebenen Strukturen in die Tat umzusetzen.

5. Die Eigenleistung

Nach der Fertigstellung des Untergeschosses im Rohbau durch die Firma Hirzle waren die freiwilligen Helfer gefordert. Es galt 485 qm Fläche auszubauen. Auf das Untergeschoss mit dem Sanitärbereich entfielen 240 qm. Dieser untere Bereich wurde in einem ersten Bauabschnitt fertiggestellt, damit man möglichst frühzeitig die Umkleide- und Sanitärräume benutzen konnte. Im November 2001 konnten dann die ersten beiden Umkleide- und Duschräume benutzt werden. Damit war ein erstes Ziel erreicht und die weiteren Arbeiten verzögerten sich dann. Dies ist bei einem solchen Projekt durchaus normal, dass immer wieder "ruhigere" Zeiten auf arbeitsintensivere folgen. Außerdem musste man sich auch nach den finanziellen Gegebenheiten richten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereit 6255 freiwillige Arbeitsstunden geleistet worden.

Nach einer Ruhezeit wurde im Juli 2002 der weitere Ausbau aufgenommen. Die Firma Boll, wie schon erwähnt, richtete das Obergeschoss in Holzbauständerweise auf. Jetzt taten sich die gewaltigen Ausmaße unseres Clubheims auf, was auch eindrücklich auf den Bildern in diesem Heft zu sehen ist. Am 29.07.2002 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Nachdem das Dach gedeckt war, stellte sich die Frage, ob man statt der Holzauskleidung nicht die Wände mit Ytong auskleiden sollte. Hier ging es vor allen Dingen um die Folgepflege. Man entschied sich dann für die zweite Variante mit einem Vollwärmeschutz. Im Juni 2003 stieg man dann wieder mit vollem Elan in die Eigenarbeit ein. Bis zum Druck dieser Broschüre wurden von 60 Personen 10200 Stunden Eigenleistung erbracht, die mit 112200 € zu Buche schlagen.

Es ist schon eine enorme Leistung, was unser Verein hier auf die Beine gestellt hat. Vor allen Dingen muss hier unsere Rentnergilde, wie wir sie liebevoll nennen, erwähnt werden. Eine entsprechende Würdigung findet noch an anderer Stelle statt.

6. Die Kosten und die Finanzierung

Unser Zuschussantrag in Höhe von 460.000 € wurde vom BSB heruntergesetzt auf 374.000 € zuschussfähige Kosten und mit einem Zuschuss in Höhe von 112.000 € bewilligt.

Aufgelaufene Kosten bis zum 06.04.2004 :    371.000 € incl. Eigenleistung

Kosten Eigenleistung:              103.000 €

Kassenwirksame Kosten:            268.000 €

Es ist natürlich klar, dass unser FC diese Kosten nicht aus der berühmten Portokasse bezahlen kann. Es sind zwar erhebliche Schulden entstanden, doch mit einer sehr langfristigen Finanzierung hat man diese im Griff. Voraussetzung dafür aber ist, dass weiterhin viele Veranstaltungen notwendig sein werden und die Mitglieder hierbei in der Pflicht stehen.

Erfreulich wäre auch, wenn über Spenden oder die Mitgliedschaft im Förderverein viele diese Einrichtung unterstützen würden.

7. Schlussgedanken

Der FC Birkendorf hat mit dem Clubhausbau eine große Verantwortung übernommen und Großartiges geleistet. Dieser Bau ist zukunftsweisend und für die nachfolgenden Generationen Ansporn und Verpflichtung.

Für unsere Jugend bildet er zusammen mit dem Sportplatz ein Ort für eine sportliche und sinnvolle Freizeitbeschäftigung und für die Erwachsenen ein Ort der Kommunikation.

Der Clubhausbau ist ein wichtiger Beitrag für die Infrastruktur unseres Ortes.

Deshalb bleibt nur zu wünschen, dass viele dieses Angebot annehmen und unterstützen.

8. Dank

In erster Linie gilt einmal den Vorsitzenden des FCB Dank, dass sie dieses Projekt angedacht, angegangen, geplant und durchgeführt haben. Es sind dies:

Rainer Beck, Josef Morath und Oliver Eichkorn

Dank gebührt natürlich allen Helfern, die in zahlreichen Stunden zum Gelingen dieses Projekts beigetragen haben.

Der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf sagen wir Dank für die behördliche Hilfestellung, aber vor allem auch für die finanzielle Unterstützung mit einem Zuschuss von 25500,- € und die Übernahme einer Bürgschaft.

Dem Badischen Sportbund für die Mittelgewährung und die Geduld mit uns sprechen wir ebenfalls unseren Dank aus.

Zu besonderem Dank sind wir den Firmen und Handwerksbetrieben verpflichtet, die uns finanziell, mit Maschinen oder Material unterstützt haben.